The Big Knife by Clifford Odets

     THE BIG KNIFE  
Stück in 3 Akten von Clifford Odets

Theater: Lillian Theatre
Adresse: 1076 N. Lillian Way, Hollywood, LA
Beginn:  8. November 2003
Ende: 14. Dezember 2003
Produziert von: Mustardseed Productions, in Zusammenarbeit mit Farrell Hirsch u. Dan Harper Regie: Tonyo Melendez

Charlie Castle - Robert Beltran
Marian Castle - Rita Rehn
Buddy Bliss - Christopher Paul Hart / Dan Pierson
Patty Benedict - Rhonda Aldrich
Russell - Rickey Williams / J.R. Starr
Nat Danziger - John Apicella
Marcus Hoff - Miguel Sandoval / Scott Richards
Smiley Coy - John Berczeller
Connie Bliss - Locky Lambert
Hank Teagle - Randy Kovitz
Dixie Evans - Josie Gundy
Dr. Frary - Martin Clark

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Zum Autor :

Clifford Odets (1906-1963)  hat sich in den letzten Jahren als einer der beliebtesten Bühnenautoren in Los Angeles hervorgehoben (nach Shakespeare, Neil Simon, Sam Shepard und Tennessee Williams). Ein großer Teil seiner Arbeiten behandelt die nähere Betrachtung sozialer Themen von einer linksgerichteten Perspektive aus (“Waiting For Lefty,” “Awake And Sing!,” “Golden Boy”). Er wurde vor das Komitee für Unamerikanische Aktivitäten zitiert, entkam aber der Schwarzen Liste in Hollywood, schrieb einen Film für Elvis Presley (“Wild In The Country”), war Chefredakteur für die erste und einzige Repertoire-Theater-Truppe in der Fernsehgeschichte (“The Richard Boone Show”) and wirkte kurz vor seinem Tod am Skript für die Broadway Musical Version von “Golden Boy” mit.  Hier und da schrieb er über das Show Business in moralisierden Geschichten über Menschen, die den Preis für Ruhm, materiellen Wohlstand, Drogen und schnellen Sex, den das kapitalistische System ihnen bietet, bezahlen. Zu diesen Werken zählen Filme wie “The Sweet Smell Of Success” und die Stücke “The Country Girl” sowie das seltener aufgeführte “The Big Knife”.

 

Zum Stück : 

In “The Big Knife” geht es um Charlie Castle, einen Schauspieler, der vom Theater kam und nun ein Filmstar geworden ist. Am Anfang seiner Karriere hochgeschätzt als Künster, hat er sich jetzt dazu herabgelassen, Schundfilme zu drehen, die dem Filmstudio eine Menge Geld einbringen. Seine Karriere und seine ausserehelichen Eskapaden haben an seinem Familienleben gezehrt. Seine sich seit langem quälende Ehefrau Marion würde ihm alles verzeihen, wenn er nur den neuen 14-Jahre-Vertrag mit dem Studio nicht unterschreiben würde, auch wenn dieser ihn extrem reich macht. Charlie ist entschlossen, seiner Frau zuliebe den Vertrag abzulehnen, aber der Studioboss will ihm die Unterschrift abzwingen, indem er ihn mit einem schrecklichen Geheimnis erpresst. Die Lage wird für Charlie und seine Frau weiterhin dadurch erschwert, dass Beide außereheliche Affären haben.  Charlie muss jetzt beweisen, dass er immer noch der Ehrenmann ist, der er einst war... würdig seiner Frau und seines Sohnes, ehrlich seinen Freunden und Mitarbeitern sowie seiner Kunst gegenüber. Kann ihm dies gelingen?


 

Mein Review zu "The Big Knife"

Review ist vielleicht zu viel gesagt, aber da ich die Gelegenheit hatte, mir das Stück die letzte Woche, gerade vor dem Ende seiner Laufzeit, selbst anzusehen, möchte ich auch einen Kommentar dazu schreiben. Familiäre Gründe hatten meine Tochter und mich so kurz vor Weihnachten nach Kalifornien geführt, und da dachte ich mir, wir könnten doch die Gelegenheit nutzen und uns Roberts Stück ansehen, wenn wir schon in der Nähe sind.

Gesagt, getan. Ich hatte von Frankreich aus Karten bestellt, und es war überhaupt kein Problem gewesen, für Freitag, den 12.12. noch welche zu bekommen. Als wir am Lillian Theatre in Los Angeles ankamen, stellten wir dann auch fest, dass höchstens 50 - 60 Leute sich das Stück an diesem Abend ansahen. Von einem „richtigen“ Theater, wie wir es aus London gewöhnt sind, kann man sowieso nicht sprechen. Es scheint sich eher um ein in ein Theater umfunktioniertes ehemaliges Lagerhaus zu handeln. Unscheinbar, eher abweisend wirkend, mit einem winzigen Eingang. Nur das sehr bescheidene Plakat neben dem Eingang wies überhaupt darauf hin, dass dort „The Big Knife“ gespielt wurde. Im Inneren des Theaters erwartete uns aber eine angenehme Überraschung. Die Anordnung war so, dass die rechteckige Bühne in das hintere linke Eck des Raumes eingepasst war und an zwei Seiten von etwas mehr als der Hälfte der Außenwand begrenzt wurde, während die Zuschauerreihen einen rechten Winkel bildend, von den zwei anderen Wandseiten leicht abfallend nach unten führten. Dadurch wirkte der ganze Innenraum sehr gemütlich, eher wie ein Wohnzimmer, was von der heimeligen und gleichzeitig eleganten Ausstattung der Bühne, die das Spielzimmer in Charlie Castles Haus in Beverly Hills darstellte, noch unterstrichen wurde. Die Einrichtung des Raumes war dem Stil der Zeit angepasst; das Stück spielt im Jahr 1949. Von den Zuschauerplätzen – es gab sowieso jeweils nur 3 bis 4 Sitzreihen auf jeder Seite, insgesamt 99 Plätze – konnte man die Schauspieler fast anfassen, hätte man nur die Hand ausgestreckt. Diese Anordnung war wirklich genial, denn sie vermittelte dem Besucher irgendwie sofort das Gefühl, ein Teil des Spiels und nicht nur Zuschauer zu sein.

Das Stück begann mit klassischer Musik, die – vermute ich mal – bestimmt Robert ausgesucht hatte, der ja ein großer Fan von Beethoven, Bach, Mozart usw. ist. Und dann waren auch schon Robert und zwei weitere Schauspieler auf der Bühne, und das Stück nahm seinen Lauf. Ich werde jetzt kurz den Inhalt beschreiben, denke aber, dass sich ja sicher die meisten Fans von Robert mittlerweile damit vertraut gemacht haben. Es ist die Geschichte von Charlie Castle, einem Hollywood-Star, der durch Schundfilme reich und berühmt geworden ist. An einem Punkt in seiner Karriere angelangt, wo er einen neuen 14-Jahres-Vertrag mit dem Filmstudio unterschreiben soll, stellt er sich die Frage nach dem Sinn seines Lebens, das aus Exzessen, Sex und sinnlosen Partys mit Saufgelagen besteht. Seine Frau ist dabei ihn zu verlassen; sie fleht in an, den Vertrag nicht zu unterschreiben und Hollywood den Rücken zu kehren. Sie will den Charlie wiederfinden, den sie einst geheiratet hat, den empfindsamen Künstler und gebildeten Menschen, der noch Ideale hatte. Doch für Charlie ist es zu spät. Er hat in betrunkenem Zustand ein Kind totgefahren, und sein Freund Buddy hat an seiner Stelle die Schuld auf sich genommen und ist für Charlie ins Gefängnis gegangen. Der Studio-Boss, der Charlie als Geldeinnahmequelle ausbeutet und nicht verlieren will, weis Bescheid und setzt Charlie die Pistole auf die Brust. Als die ganze Affäre eskaliert und ein Mord begangen werden soll, um das Starlet zum Schweigen zu bringen, das bei dem Unfall neben Charlie im Auto saß, sieht Charlie keinen Ausweg aus der verfahrenen Situation mehr. Er begeht Selbstmord, indem er sich in der Badewanne die Pulsadern öffnet. Das Filmstudio will die Wahrheit vertuschen und Charlies Selbstmord als Herzinfarkt ausgeben, aber sein alter Freund aus besseren Tagen, ein Bühnenautor, schreit die Wahrheit heraus. Charlie ist ein Opfer der Hollywood Maschinerie geworden, die nur an Geld und der Vermarktung der Künstler interessiert ist.

Das Stück ist in drei Akten, und alle Szenen spielen jeweils in Charlie Castles Spielzimmer. Wie die Einrichtung, sind auch die Kostüme, die Frisuren und das Make-up zeitgenössisch. Das Spiel der Schauspieler ist sehr intensiv und homogen, denn alle, nicht nur Robert, spielen gut. Was nicht verwunderlich ist; wenn man die Biographien der Schauspieler im Programmheft liest, sieht man, dass die Meisten eine klassische Bühnenausbildung haben und auch einige schon in Roberts Hamlet-Aufführung* mitgewirkt haben. Die Inszenierung hat zwar nicht den Weltklasse-Status und die Qualität der englischen Theaterproduktionen mit Kenneth Branagh, Ralph Fiennes, Derek Jacobi, Ian McKellen usw., deren Spiel mich immer wieder in die Londoner Theaterszene zieht, aber wie gesagt, alle Schauspieler waren überzeugend in ihrer Rolle, und dieses kleine Theater in Hollywood lieferte mehr Qualität als ein Großteil der Filme, die heutzutage dort gedreht werden.

Robert spielte Charlie Castle mit einer so brennenden Wut, dass es mich etwas an Jimmy Porter in „Look Back in Anger“ erinnerte. Manchmal, fand ich, wurde Charlies schwacher Charakter und seine Verzweiflung, die ihn ja am Ende in den Selbstmord treibt, nicht so recht deutlich. Ich habe Charlie immer als charakterschwachen Menschen empfunden, der sich von dem bequemen Leben in Hollywood einlullen lässt und einfach nicht den Willen aufbringt, wirklich etwas gegen seine Situation zu tun. Aber es war wohl Roberts bewusste Entscheidung, den Schwerpunkt seines Spiels auf Charlies Wut zu legen, und darin war er sehr überzeugend. Ist Charlies Wut vielleicht auch ein bisschen Roberts eigene Wut gegen das System, das ihm als Schauspieler nie eine große Chance eingeräumt hat, seine Kunst wirklich so auszudrücken, wie er es sich erwünschte? Ist Charlies Auflehnung gegen diesen jahrelangen Vertrag mit dem Filmstudio nicht auch in gewisser Weise Roberts eigene Unzufriedenheit (zumindest am Ende) mit dem Vertrag, der ihn 7 Jahre lang an Star Trek Voyager band? Robert hat dieses Stück bewusst gewählt, um aufzuzeigen, was mit unserer bzw. der amerikanischen Gesellschaft nicht stimmt. Es hat eine politische Botschaft, aber meiner Meinung nach auch eine sehr persönliche, Robert betreffende Botschaft. Man hat den Eindruck, er spielt sich seinen ganzen Frust gegen Hollywood von der Seele, als eine Art Therapie, um mit diesem Kapitel seines Lebens endlich abschließen zu können.

 Mir hat das Stück gefallen, und es hat sicherlich seinen Zweck erfüllt, nämlich den Zuschauer auch noch über die 3 Stunden gutes Theater hinaus zum Nachdenken zu bringen. „Wir hoffen, die Metapher lebt noch lange nachdem Ihr das Theater verlassen habt in Eurer Vorstellung weiter“, wie es der Regisseur Tonyo Melendez in seinem Vorwort zum Stück so treffend sagt.

© Bettina
Marseillan, den 17.12.2003
(bitte nicht auf anderen Seiten veröffentlichen)

 

* Hier noch eine lustige Anekdote zu Hamlet, die aber nur Kenner des Shakespeare-Stückes verstehen. Charlie stellt Hank Teagle, seinen Autor-Freund aus besseren Tagen, den Studioleuten in Anspielung an Hamlet als Horatio vor. Smiley, dieser Banause, der natürlich das Stück nicht kennt, spricht Hank am Ende wirklich mit dem Namen Horatio an. Wie Horatio ist auch Hank derjenige, der überlebt und die Wahrheit des ganzen Dramas der Welt mitteilt. Damit ist für uns Zuschauer die feine Ironie aber noch nicht zu Ende, denn... Randy Kovitz, der Hank-Darsteller hat tatsächlich in Roberts Hamlet-Inszenierung den Horatio gespielt.

 

 

Veröffentlichte Kritiken :
(Auszüge, die Roberts Spiel  betreffen)

......Beltran ist gut gewählt für die Rolle, jedoch während der Eröffnungsnacht dauerte es eine Weile, bis er sein festes Standbein gefunden hatte. Dies hing sicherlich zum Teil damit zusammen, dass das Lillian Theater mit seinem nach zwei Seiten ausgerichteten Bühnenraum, der durch das Art Deco Set von Scott Siedman im Stil einer Dinner-Theater-Produktion von Private Lives  noch offener wirkt,  etwas einschüchtert. In den frühen besinnlichen Momenten, wenn Charlie und Marion von diesem Team von Halsabschneidern umgeben sind, ist Beltran noch nicht wirklich vertraut mit der sensiblen Seite des Charakters, aber in dem Augenblick, in dem er Charlies ersten Zornesausbruch spielt, schlüpft er augenblicklich in die Rolle und bekommt mehr und mehr Schwung während das Stück seinen Lauf nimmt. Wenn er nicht seine Augenbraue hochzieht und "schauspielert" sondern einfach spricht, ist Beltran beeindruckend als Charlie......
von Travis Michael Holder, Entertainment Today

.....Beltran arbeitet mit seinem gewinnenden, maskulinen Charme hart daran, Castle sympathisch erscheinen zu lassen, obwohl dieser Charakter eigentlich alleine für seine selbstzerstörerischen Taten verantwortlich gemacht werden muss.  Odets macht Beltrans Aufgabe um so schwerer, da er die Rolle mit einfältigem, jämmerlich selbstmitleidigem Grübeln wie "sehnen nach einer Welt voll Menschen, die das Beste in mir zum Vorschein bringen" überlädt. Man muss Beltran zugute halten, dass er Odets Dialogen nicht aus dem Weg geht, und dadurch Charlies Zusammenspiel mit den anderen Charakteren eine beeindruckende Wahrhaftigkeit verleiht, die die läuternde und endgültige Tat des Filmstars am Ende plausibel wirken lässt......
von Julio Martinez, 9. Nov., Daily Variety 

......Beltrans Castle ist eine gequälte Figur, für die es keine Erlösung gibt. Er ist die Summe einer Hollywood-Illusion und ein Mann, dem es an Mut und Redlichkeit fehlt, die Verantwortung für seine Taten zu übernehmen. Seine Frau Marion und sein Freund Hank verkörpern Charlies moralischen Kern. Je mehr er sich von ihnen entfernt, desto selbstzerstörerischer ist sein Tun, und er langt nach Alkohol um seine Qual und seine Desillusioniertheit zu ertränken. Beltrans Vortrag ist fehlerlos, während er die Bühne für fast drei Stunden beherrscht......
von Tamara, 11. Nov., Treknation.com

......Diese Inszenierung von Odets' Meisterwerk wird wunderbar im zeitgenössischen Rahmen des Stückes dargestellt, und das Spiel der Darsteller, unter der geschickten und hingebungsvollen Regie von Tonyo Melendez, trifft genau den Geist der Zeit, die Stimmung der Bewohner jener Welt und ihre farbenfrohe Textur. Allen voran die reiche, detailliere Darstellung von Robert Beltran als Charlie, das lebendige Porträt eines nicht gerade überintelligenten Mannes, der sich jedoch sehr anstrengt, sein Leben und seine Ehe zum Erfolg zu machen. Beltrans unterschwellige Charakterdarstellung ist wirkungsvoll und lebhaft. Beltran ist umgeben von Schauspielern, so reich an Schattierungen und zeitgenössischen Details, dass man oft regelrecht vergisst, dass dies ein Schauspiel ist......
von T.H. McCulloh, 19. Nov., Backstage.com

......Und zum größten Teil ist die Wiederbelebung von Odets' immer noch zeitgemäßer Allegorie unter der Regie von Tonyo Melendez ein gelungenes Bestreben. Aber Robert Beltrans melodramatisch überzogene Darstellung des Charlie Castle, ein einst-idealistischer-nun-in-einen-Schundfilmstar-verwandelter-Schauspieler, der nun keine "akuten Anfälle von Integrität" vertragen kann, bietet mehr Künstelei als Glaubwürdigkeit......
von Martín Hernández, 20. Nov., LA Weekly

......Die Zeit in der das Stück spielt nie außer Acht lassend, wunderschön wachgerufen durch Scott Siedmans üppiges Bühnenbild, kalibriert Regisseur Melendez die Distanz zwischen emotioneller Wahrheit und Schauspielerei, wobei er nur selten in den Abgrund dazwischen fällt. Beltran erinnert an John Garfield in seinen besten Jahren und ist geradezu leidenschaftlich in der Rolle eines von seinem Gewissen geplagten Künstler, der in einen unseligen Kompromiss gezwungen wird  — Odets' voraussehender Hinweis auf den eskalierenden McCarthyismus......
von F. Kathleen Foley , 27. Nov., LA Times

 

 

Robert Beltran zu Odets und der Bedeutung des Stückes "The Big Knife" :

   "The Big Knife... was das Stück aussagt ist Realität; so sehe ich die Dinge auch. Odets hat mit seinem Wahrnehmungsvermögen und seiner Intelligenz den Trend in den Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg vorhergesehen. Er sah die Wurzeln des Übels,  und da er ein aufmerksamer Denker und Autor war, schrieb er ein Stück, das für die nächsten 50, jetzt fast 60 Jahre, Bestand haben würde. Deshalb hat es immer noch seine Gültigkeit, sogar noch mehr heutzutage als damals in seiner Zeit.”

   “Nichts ist einfach an diesem Stück. Es sagt eine Menge über unsere Gesellschaft aus, die derjenigen Clifford Odets' sehr ähnlich ist.  Es ist ein Stück, das sich vor allem Amerikaner ansehen sollten, und eins, das öfter aufgeführt werden sollte. So sehr ich auch das Stück aus künstlerischer Sicht her liebe, aus soziologischer Sicht fühle ich meine Pflicht als Amerikaner, die Menschen wachzurütteln.”

   “Das Stück handelt nicht von Hollywood. Es handelt von Amerika. Es handelt von einer gewaltigen Streitmacht, die gegen den Einzelnen vorgeht."

   "Das Stück zeigt, was mit Künstlern geschieht, die Ideale haben, die versuchen, etwas in diesem Land zu bewegen, Leute zusammenzutrommeln, die versuchen den Geist einer engstirnigen Gesellschaft zu erweitern. Was mit ihnen geschieht, wenn sie niedergedrückt werden, wenn man ihnen nicht erlaubt, zu wachsen, sobald der Künstler versucht, die Fesseln zu sprengen, um sich selbst als Künstler zu vertiefen und zu vervollkommnen. Es scheint einen extremen Widerstand von Seiten der Zuschauer und der Kritiker zu geben. Darum geht es vor allem in diesem Stück."

   "Ein Schauspieler – und ich kann das nachvollziehen – der mit dieser Realität konfrontiert wird, was Hollywood einem idealistischen Schauspieler antut,  zerbricht daran. Und es ist verdammt hart "nein" zu dem Geld zu sagen. Zu sagen: Nein, danke, ich will das Geld nicht, ich will an einem künstlerisch wertvollen Projekt arbeiten.” .

   "Diese ganze Serie von Ereignissen führt zu Charlies Selbstmord am Ende des Stückes. Und sein bester Freund, ein Autor, erklärt es den Leuten, die nicht verstehen, warum Charlie so gehandelt hat: Dies war der einzige Weg für ihn zu leben, der einzige Weg, Erlösung zu finden. Es war der letzte Akt von Anständigkeit. Das Stück bewegt sich voran, von diesem Ereignis zu Beginn, außerhalb der Bühne (der tödliche Unfall), bis hin zu Charlies Selbstmord. Dies ist eine Metapher für das, was in den USA passiert. Wir sind eine sterbende Republik, eine sterbende Gesellschaft, solange wir genauso handeln wie die Menschen in diesem Theaterstück, wo Sachwerte wichtiger sind als der Mensch. Charlie sagt zu seinem Agenten zuvor im Stück: Fühlst Du nicht, dass sie den Menschen von der Erde verdrängen und dafür den Kunden an seine Stelle setzen? Aber niemand hört ihm wirklich zu, niemand sieht ihn als menschliches Wesen."

   "Das Stück zeigt, wie die Allmächtigen den kleinen Mann manipulieren. Charlie hält diese Rede bevor er in den oberen Stock geht und sich umbringt. Er sagt: Für mich gibt es kein Zurück. Ich kann nicht so weitermachen, indem ich ein Verbrechen mit einem neuen Verbrechen verberge. Das ist Macbeth. Macbeth ist eine Allegorie. Eines nach dem anderen tötet er seine besseren Ichs. Und dann sagt er: Warum bin ich überrascht über ihr (Studiobosse) Verhalten? Ist nicht jeder Mensch einfach nur ein Mechanismus für sie? Ermorden sie nicht langsam, Stück für Stück, jeden, den sie benutzen? Töten sie nicht die größten Träume und Hoffnungen eines ganzen Volkes mit den Filmen, die sie machen? Diese ganze Filmindustrie ist Völkermord. Wir schlagen ihnen auf die Köpfe, unter die Haare, so dass niemand die Spuren sieht."

   "Clifford Odets war eine gequälte Seele. Es quälte ihn ständig, zu wissen, welche Ideale er sich als Künstler erhofft und was Hollywood wirklich aus ihm gemacht hatte, ein kompromittierter Mensch... und das alles für Geld und das damit mögliche bequeme Leben."

   "Ich denke, unsere Kultur hat sich in eine Pop-Kultur verwandelt, die nichts bleibendes hat. Keine wirkliche Kunst. Nur ganz weniges in unserer Kultur ist kein Pop, kein vorübergehendes Phänomen; nichts was Seelen noch in den nächsten 200 Jahren nähren wird, wie es Beethoven tat. Wir befinden uns in einem schlimmen Zustand, und Fernsehen und Filme haben dazu beigetragen.”

   “Klassisches Theater lehrt die Geschichte der menschlichen Natur. Es geht dabei darum, wie wir uns selbst als menschliche Wesen sehen. Die Leute lernen, was es heißt, ein Mensch zu sein, was passiert, wenn wir wie Tiere handeln. Das ist es, was ein großes klassisches Drama den Leuten bietet. Der Mensch ist zu so großen Dingen fähig, aber leider erreicht er nur selten sein eigenes Potential.”

 

 

 

Fotos :

 

Fotos zur Verfügung gestellt von Shaolin

 

Quellen :  

© Kritiken :
Entertainment Today 
Daily Variety 
Treknation.com
Backstage.com 
LA Weekly 
LA Times

© Artikel :
Latinola.com 
StarTrek.com 
Latino Weekly

© Andere : 
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