
Und wieder in der Page's Bar in London und diesmal musste ich mich nicht in die Schlange auf den Bürgersteig stellen, da Bettina und die deutsche Fangruppe netterweise versprochen hatten, mir einen Sitzplatz freizuhalten. Ah, ah! Sitzplatz? Als ich endlich ankam, gab es sogar keine Stehplätze mehr. Ich musste dann warten, bis Julie aufstand, um ihr ihren Stuhl zu klauen! Da sie eigentlich noch zu jung ist, um den Abend in einer englischen Bar zu verbringen und ihre Mutter die Organisatoren hatte anflehen müssen, damit sie überhaupt reinkam, war sie ganz zufrieden, dass ich nicht an Scotland Yard schrieb wegen der Sache, und das ist doch wohl einen Stuhl wert, oder? ;-)
Einmal mehr hätte ich meinen Bericht früher schreiben sollen, bevor ich die Hälfte er Ereignisse des Abends wieder vergessen hatte...
Sehen wir mal: Robert war soviel ich mit erinnere
pünktlich (das wird noch zur Gewohnheit, da muss er mal drauf achten ;-) und wurde genau
so stürmisch empfangen wie das letzte Mal. Dieses Jahr gab es mehr männliche Zuschauer,
genau die Mischung, die ich mag: ein Zeichen dafür, dass er die Fans davon überzeugt
hat, zu kommen um ihm zuzuhören und nicht nur um ihn anzuschmachten; ein Erfolg, der
wahrscheinlich auch den zahlreichen Berichten über den wunderbaren Abend im letzten Jahr
zu verdanken ist.
Nun gut, im Pages ist immer viel Krach; ich gebe daher besser gleich zu, dass ich lang nicht alles verstanden habe. Eine große Anzahl der beltranischen Witze sind an mir vorbeigegangen, zumal Giz und ich auch den Nachmittag mit einem Marsch durch London verbracht hatten, und das macht nun mal Durst, und es gibt so viele Pubs in diesem Viertel. Hmm. Nun gut. Als Robert auf der Balustrade angekommen war, stellte er erst mal fest, dass das Geländer seit dem letzten Jahr verstärkt worden war, was ihn sehr beruhigte. ;-)
Man fragte ihn, wie die Convention in Paris gelaufen sei und er sagte uns, dass es dort sehr ruhig zugegangen ist. Ich war ja leider nicht dort, aber ich denke mir, dass die Stimmung einfach ein bisschen ernsthafter war (im positiven Sinne des Wortes) als im Page's, wo es schon Tradition ist, über alles mögliche zu reden, nur nicht über Voyager! Kurz und gut, der first contact zwischen den französischen Fans und Robert ist gut verlaufen, worüber ich als Französin mehr als froh bin!
Jemand hat ihn gefragt, ob er gerne in eine
Comedy-Serie mitspielen würde (wir sind wieder im Page's), und er meinte nur, er hätte
es schon getan, da er doch 7 Jahre in Star Trek Voyager mitgespielt hat! Ah, ah! Jemand
anders hat ihn zu Chakotays Tattoo befragt; den genauen Wortlauf habe ich nicht
mitbekommen. Aber Robert hat uns versichert, dass er das Tattoo schon längst vergessen
hat. Das Tattoo? Welches Tattoo? ;-)
Auf die Frage hin, welches Stück von Shakespeare er gerne spielen würde, erwähnte er Othello (was er versprochen hat irgendwann mal auf die Bühne zu bringen) und König Lear in 4 oder 5 Jahren! König Lear ist ja ein alter Mann, den Schauspieler am Ende ihrer Karriere spielen, und unser Robert hat seine Antwort mit der Mine eines alternden Mannes gegeben, der nachts unter seinen Rheumaschmerzen leidet, das alles natürlich in der Hoffnung, die Fans würden protestieren und sagen, dass er dazu viel zu jung ist. Unglücklicherweise, sei es, weil sie Shakespeare nicht so genau kennen oder weil sie wirklich denken, Robert wäre in einigen Jahren alt, haben die Fans nicht besonders reagiert, was mich sehr belustigt hat.
Die meisten der gestellten Fragen waren wieder
die gleichen wie im letzten Jahr. Auch die Antworten wiederholten sich und ich werde daher
nicht alles wiedergeben. Robert tut es leid, dass Hollywood immer die gleichen
Schauspieler benutzt: Nic Cage, Bruce Willis usw. (er hat nichts gegen sie, hätte
aber gerne ein bisschen mehr Abwechslung). Leider ist das Kino auch nur ein Geschäft wie
alles andere, und solange sich ein Schauspieler gut verkauft, wechselt man nicht das
Produkt.
Dem Fan, der danach fragte, ob er zur Persönlichkeitsbildung und zum Background von Chakotay etwas beigetragen hat (nanu, eine Frage zu Star Trek...), antwortete er, dass er darum gebeten hatte, Chakotays kulturelle Abstammung in Mittelamerika und nicht Nordamerika anzusiedeln, da er diese alten Zivilisationen, die Großes hervorgebracht haben, sehr bewundert. Er meinte, sollte er ein Buch in ein Theaterstück umschreiben und auf die Bühne bringen, dann wäre es Der Tod des Artemio Cruz von Fuentes. Allerdings sei es sehr schwierig, ein Werk von 500 bis 1000 Seiten zum Beispiel in einen 2-Stunden-Film zu bringen, ohne es zu entstellen.
Er bestätigte, dass es wieder einen Galaxy Ball
in Los Angeles gegen wird dieses Jahr (eine von ihm geförderte
Wohltätigkeitsveranstaltung), aber diesmal sei es eine Initiative mehrerer
Voyager-Darsteller und die Erlöse gingen an verschiedene wohltätige Organisationen, die
von den Schauspielern unterstützt werden. Er denkt, dass der Ball im Oktober oder
November stattfinden wird.
Und dann kam natürlich das, auf das alle Anwesenden sehnlichst gewartet hatten: Roberts Imitationen seiner Schauspielerkollegen. Für mich war das der große Augenblick des Abends, und nicht nur wegen der Qualität der Imitationen (die unbeschreiblich sind, das weiß man), aber vor allem, weil ich mich plötzlich heimisch fühlte. Ab dem Augenblick, in dem einer der Fans ihn bat, seine Kollegen nachzuahmen, hatte das gesamte Publikum den begeisterten Ausdruck eines Kindes auf dem Gesicht, das gleich seine Süßigkeiten bekommt.
Letztes Jahr im Page's haben wir Robert Beltran zum aller ersten Mal getroffen, und ein erstes Mal, das zählt ganz besonders. Ich erwartete daher nicht, dieses Jahr das gleiche Gefühl von Neugier und Neuheit zu verspüren. Und so war es auch: für uns 'alte Hasen' war die Stimmung vielleicht weniger zauberhaft, aber dafür fühlten wir uns um so heimischer!

Wir danken Jana und Sabine von der deutschen Mailgruppe für die Fotos auf dieser Seite!