
| KISS ME A KILLER (1991)
Ein Film von Marcus
de Leon
Mit: Robert Beltran Guy BoydJulie Carmen |
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Wenn Ihr im Internet Informationen zu KMAK sucht, kommt Ihr sicher zu dem Schluß, daß dieser Film nur einer von vielen erotischen Krimis ist. Ich kann Euch beruhigen (oder auch nicht - alles hängt vom Geschmack ab); dieser Film hat viel mehr zu bieten: KMAK ist sicherlich kein Film mit philosophischem Anspruch, aber nichtsdestotrotz ein origineller Film, der in mehr als einer Hinsicht gelungen ist.
Die Handlung ist vielleicht eher ein Schwachpunkt des Films. In ihrem etwas heruntergekommenen Nachtclub haben Jake (Guy Boyd) und seine hübsche Frau Teresa (Julie Carmen) mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, und auch ihre Beziehung ist nicht mehr die glücklichste. Eines Tages erscheint der geheimnisvolle Tony (Robert Beltran) bei Ihnen, ein Musiker mit undurchsichtiger Vergangenheit, der einen Job sucht. Mit seimem Talent als Gitarrist gelingt es ihm, die Gäste des Nachtclubs zu verzaubern, und Jake, der eine Chance wittert, sich zu bereichern, engagiert ihn für seinen Club und nimmt ihn in sein Haus auf. Der arme Jake, der seine Freizeit am liebsten mit Angeln verbringt, begeht den großen Fehler, seine Frau und Tony alleine zu lassen, und was geschehen muß... geschieht. Nach einigen Wochen, beginnen die jungen Leute, die wirklich sehr verliebt ineinander sind, sich zu fragen, wie sie ihre Liebe offen leben können, ohne Jakes Rache heraufzubeschwören oder den Nachtclub zu verlieren...
Zugegeben, die Naivität Jakes ist nicht sehr glaubwürdig. Es wird schnell klar, daß er eigentlich ein sehr eifersüchtiger Mann ist, und man muß Tony kein zweites Mal ansehen, um die Gefahr zu bemerken, die von ihm ausgeht! Und Jake nimmt nichts davon wahr... Die Liebenden fliegen sich in die Arme, sobald er ihnen nur den Rücken zudreht... und er hat keine Ahnung! Der Film hat, von dieser Schwäche abgesehen, aber große Qualitäten. Wir sind weit von den typischen großen Hollywood-Produktionen mit enormem Budget entfernt, was einen erfrischenden Eindruck von Simplizität und Authentizität des Dekors und der Charaktere des Films, die Nebendarsteller eingeschlossen, zur Folge hat. Das Trio der Hauptdarsteller im Mittelpunkt der Handlung ist nicht weniger überzeugend. Trotz der Schwächen des Drehbuchs, spielt Guy Boyd überzeugend diesen nicht besonders pfiffigen, grob geschliffenen, aber im Grunde seines Herzens ganz anständigen Typen. Julie Carmen spielt wunderbar die in die Enge getriebene Frau, die gar nicht anders kann, als sich Hals über Kopf in den gutaussehenden Musiker zu verlieben, der ihr den perfekten Gegensatz zu ihrem Ehemann bietet... Robert Beltran hat hier wirklich die Gelegenheit, seine Geschicklichkeit beim Ausdruck einer ganzen Skala von Gefühlen zu zeigen, von gefühlvoller Leidenschaft (während des ganzen Films), Zärtlichkeit (Szenen des täglichen Lebens des Paares während Jakes Abwesenheit, Reisepläne am Ende des Films) bis hin zur kalten Wut (in der Treppenszene). - Und er singt wundervoll ! Leider spielt er nicht selbst Gitarre im Film... aber er singt, und wirklich gut.
Zusammenfassend kann man sagen, daß KMAK ein Genuß für die Sinne ist: zuerst für jene, die von südamerikanischen Rhytmen nicht genug bekommen können. Ya Me Voy ist ein von Marcos Loya geschriebenes Lied und es gibt noch andere. Für die Ästheten ist da das Liebespaar, das nicht nur überzeugend spielt, sondern uns auch, geben wir es ruhig zu, ein fürs Auge angenehm zu betrachtendes Bild liefert. Und wenn die Sinnlichkeit und die Erotik in diesem Film nicht störend wirken, so liegt dies zweifellos daran, daß von einer zu großen Fleischbeschau Abstand genommen wird. Liebesszenen gibt es viele in diesem Film, aber es wird niemals zu viel gezeigt. Eine Frage des Geschmacks..