







Als es an der Zeit war, machten wir uns auf den Weg zum Ballsaal, wo vor dem
Abendessen noch eine Cocktail Party stattfand. Wir fanden Tische für acht bis zehn
Personen vor, was sich sehr gut traf, da wir acht Freundinnen waren, die sich für den
Abend verabredet hatten. Als das Programm anfing, hatte ich, das muß ich zugeben, schon
einige Drinks zu mir genommen, unterhielt mich mit alten und neuen Freunden, und konnte
daher leider nicht immer ganz folgen. Die Tatsache ist, daß unser Gastgeber nicht mit den
Unterhaltungsangeboten knauserte, und wir eigentlich auf unser Essen und auf unsere
Unterhaltung hätten verzichten müssen, um alles genau mitzubekommen... Übrigens, ich
habe ganz vergessen, Euch von der 'stillen' Auktion zu berichten, die schon am Tag
begonnen hatte. Die Star Trek Artikel waren auf Tischen ausgebreitet, und jeder schrieb
sich mit der Summe ein, die er zu zahlen bereit war. So stiegen die Preise bis die
Auktion am Abend geschlossen wurde, und der Meistbietende den Artikel zugesprochen bekam.
Der Ballsaal war sehr groß, aber zum Bersten voll mit Fans und geladenen Gästen und die Atmosphäre familiär; einige der Schauspieler hatten sogar Familienmitglieder eingeladen oder mitgebracht, was dazu beitrug, daß wir uns noch wohler fühlten.
Robert Beltran erschien auf der Bühne, um uns
erneut für unser Kommen zu danken und uns dann einige der anwesenden Persönlichkeiten
vorzustellen, unter anderem auch die Vorsitzende der DSALA, der Down Syndrom Association
of Los Angeles, die uns von der freiwilligen Arbeit und den Zielen ihrer Vereinigung
berichtete. Robert hat uns auch seine Familie vorgestellt, die zum ersten Mal zum Ball
gekommen war: seine Mutter, sein Bruder Louie, der Musiker, ein anderer Bruder, seine
Schwestern und seine Schwägerin. Zwei junge, an Down Syndrom leidende Schauspieler, haben
uns anschließend die Balkonszene aus Romeo und Julia vorgespielt, die wunderbar
dargestellt war und ihnen großem Applaus einbrachte, als sie von der Bühne gingen.

Während seine Kollegen sich auf der Bühne produzierten, unterstützte der Gastgeber sie seelisch und moralisch, indem er sich direkt neben der Bühne sprungbereit für den Notfall an einem kleinen Tisch niedergelassen hatte und etwas aus einer Tasse trank, was von weitem wie Kaffe aussah. Bin ich die einzige, die den Geruch von Whisky wahrnehmen konnte, den das Getränk ausströmte? ;-)
Zu Roxann Dawson ist zu bemerken,
daß die Klingonenmaske ihr leider wirklich nicht gerecht wird. Sie ist eine wunderschöne
Frau und hat außerdem eine sehr gute Stimme. Als erstes sang sie uns ganz ernsthaft das
Lied I want to be a lion tamer', dann auf die gleiche Melodie, aber als Parodie
I want to be BElanna Torres, uns beschreibend, was sie als B'Elanna
alles machen würde;, einfach urkomisch! Der Erfolg war garantiert.
Dann
überzeugte uns Ethan Phillips von seinem Talent als Entertainer und Witzeerzähler, aber
leider war er in unserer Ecke des Ballsaals sehr schlecht zu verstehen. Da er etwas
kleiner ist als seine Kollegen, hatte er immer mit dem Mikro zu kämpfen. Auf jeden Fall
haben alle Gäste, die näher an der Bühne saßen, sehr über ihn gelacht. Die müßten
wir mal bitten, uns zu erzählen, um was es genau gegangen ist.
Danach war Robert Picardo an der Reihe, dessen Humor seinesgleichen sucht. Er ist sehr geistreich und unsere Erwartungshaltung war dementsprechend hoch, und wir wurden auch nicht enttäuscht... Er hat mehrere lustige Lieder gesungen, in denen er das Star Trek Universum auf den Arm nahm und beschrieb, welchen Einfluß die Serie auf das Leben der Schauspieler hat. Er geht davon aus, das Petrus ihn an der Pforte des Paradieses erst einmal fragen wird, ob er ihm nicht eine Setführung verschaffen kann, und er fragt sich, ob die Zuschauer ihn nach dem Ende von Voyager noch lieben werden, da er sein ganzes Leben den Trekkies verdankt! Wir wurden dann noch mit einer von Picardo umgeschriebenen Version von Whats New Pussy Cat beglückt, die Janeway, Seven und BElanna gewidmet war und die er uns mit großen Pappaufstellern der drei Frauen im Arm vorsang. Ihr könnt Euch vorstellen, daß er mit den Frauen und auch den Pappfiguren nicht sehr zimperlich umging:)
Dann kam endlich die Reihe an unseren Gastgeber selbst, Robert Beltran, der auf die Bühne kam, um den Liederreigen zu beschließen. Wie schon in London im Juni, bat er uns erst einmal, uns doch bitte umzudrehen und die Augen zu schließen, da er so aufgeregt wäre, aber da keiner von uns dazu bereit war, ist er dann 'ins kalte Wasser gesprungen' und hat angefangen zu singen - und zwar lauter Schmuse-Songs (wow!). Zuerst Dont Let the Sun Catch you Crying, anschließend Your Song (I hope you dont mind) von Elton John, das er seiner Mutter widmete, die ja mitten unter uns saß. Sie ist dann aufgestanden und die ganze Zeit, während ihr Sohn sang, trotz Roberts Protest stehengeblieben, und hat ihm am Ende gedankt und ihn umarmt. Als letztes Liede folgte dann One Night with You (Ihr könnt Euch unsere Seufzer vorstellen:), und dann haben alle Voyager-Darsteller zum Abschluß noch den Song Love the One Youre With interpretiert, der auch auf der CD von Tim Russ zu finden ist.
Hinten auf der Bühne ist Robert. Vorne, stehend, seine Mutter. |
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Kurz bevor der Tanz begann, fand noch die
eigentliche Versteigerung statt, die von Roxann Dawson und Garrett Wang sehr professionell
durchgeführt wurde. Ein Besuch des Voyager-Sets (das ja normalerweise
während der Dreharbeiten für Besucher gesperrt ist) ist für ein Vermögen an den
Mann...nein, an die Frau gebracht worden, und auch die Galaxy Ball-Hemden, die ja
während eines Teils des Tages und des Abends von den Schauspielern getragen wurden,
erzielten - auch noch mit Autogrammen versehen - stolze Preise. Da Tim Russ unter
seinem Hemd nichts darunter trug, war die Aufregung um so größer, als er es dann auf der
Bühne auszog und uns zeigte, welchen beeindruckenden Brustkorb so ein Vulkanier hat! Ihr
könnt Euch sicher vorstellen, daß die Down Syndrom Gesellschaft, der ja der erzielte
Gewinn zugute kam, an diesem Abend ganz schön abgesahnt hat! :-)
Damit war der offizielle Teil des Abends zu
Ende und Roberts (großer) Bruder Louie Cruz
Beltran spielte nun mit seiner Band zum Tanz auf. Leider haben wir nicht sehr
viele Fotos von ihm, da man schlecht mit einem Fotoapparat in der Hand tanzen kann. Und
wenn Louie auf der Bühne spielt, dann ist nun mal der ganze Saal auf der Tanzfläche.
Er ist nicht nur ein guter Musiker (er komponiert alle seine Lieder selbst),
sondern auch ein unbezahlbarer Entertainer, lustig, nett, der die Leute in Stimmung und
zum Tanzen bringt. Kurz und gut, genau die Person, die es brauchte, um diesen bezaubernden
Tag und Abend zu beschließen! Es gelang ihm sogar, seinen kleinen Bruder für eine oder
zwei weitere Lieder, die gar nicht im Programm vorgesehen waren, noch einmal auf die
Bühne zu locken. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren blieben die meisten
Schauspieler noch da und tanzten, mischten sich unter die Fans, ließen sich mit diesen
fotografieren usw. Leider, leider hat alles Schöne einmal ein Ende, und obwohl uns noch
mehrere Zugaben gestattet wurden, ging der Ball irgendwann zu Ende. Wir tranken unsere
Gläser aus, umarmten den Gastgeber zum Abschied und gingen dann auf unsere Zimmer.
Unnötig Euch zu sagen, daß wir in dieser Nacht sehr gut geschlafen haben, wie übrigens
auch noch oder wieder den ganzen nächsten Nachmittag am Strand von Santa Monica, bis wir
uns so einigermaßen erholt hatten. Die Rückkehr nach Europa und zu meiner Arbeit fiel
mir mehr als schwer.
Ich kann nur hoffen, daß es im nächsten
Jahr wieder einen Galaxy Ball gibt und fange schon mal an zu sparen. Es ist einfach eine
traumhafte Gelegenheit, ein Stück Amerika zu entdecken und an einem Ereignis
teilzunehmen, bei dem man vielleicht keine Klingonen und Leute in Starfleet-Uniformen
trifft, aber das die Ideen von Gleichheit und Großzügigkeit, die dem Vater der Star Trek
Serie so am Herzen lagen, in die Tat umsetzt. Also, auf zum nächsten Galaxy Ball im Jahr
2001 ! Behaltet unsere Website im Auge, um Näheres in Erfahrung zu bringen!
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Für die Fotos auf dieser Seite danken wir:
Linda Bart, Maggie Bush, Albert Ortega, Nina Poerbonegoro und Jannie Waller.